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VCD Wolfenbüttel,  ADFC Wolfenbüttel
Stand: 2004-04-05

Beleuchtung von Fahrrädern

Service

andere Leute über Beleuchtungsthemen

 
  • Eine Marktübersicht über Dynamos und auch sonst viel über Fahrräder, besonders Tandems
  • Busch und Müller, die wohl innovativste Firma in Sachen Fahrrad-Beleuchtung.
  • Wilfried Schmidt Maschinenbau - der Hersteller des wohl besten Nabendynamos mit charmanten und informativen Internetseiten und einer sehr guten Link-Liste.
  • Shimano - Die "Abstauber" in Sachen Nabendynamo, dennoch muss man ihnen das Erreichen eines hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses sowie die Forführung der Entwicklung lassen.
  • Renak - Eine deutsche Firma, die einen anderen Weg in Sachen Nabendynamo beschreitet, nämlich mit Getriebe, dafür aber mechanisch komplett abschaltbar.
  • Ulf Donner hat eine Fahrradbeleuchtung entwickelt, die neben Blinkern und Bremslicht(!) auch ein Abblend- und Fernlicht mitbringt.

Diese Kapitel ist einfach zu groß geworden, um es im Rahmen der Untersuchung zum "Alltags-Rad" abhandeln zu können. So steht es hier nun als eigenständiges Thema. Da ich aber die Beleuchtung eines Rades für extrem wichtig und daher die Problematik für völlig unterschätzt halte, steht natürlich gerade bei der Beleuchtung die Alltagstauglichkeit im Vordergrund.

Alle wesentlichen Probleme sind inzwischen gelöst ...

Na gut, na gut, ganz so mag es vielleicht nicht sein, doch kann ich mich inzwischen durchringen eine klare, eindeutige Empfehlung einer Beleuchtungsanlage für den Alltag abzugeben. Wer meiner Abhandlung bis dahin nicht folgen möchte, kann hier eine Abkürzung wählen.

Warum überhaupt eine Beleuchtung?

Natürlich kann man sich lange fragen, ob man denn ein Fahrrad überhaupt beleuchten sollte. Als Argumente für eine solche Frage bzw. deren Beantwortung mit "nein" hört man oft, dass es "woanders" (meist wird Dänemark genannt) doch auch ohne Licht geht und überhaupt ...

Ich halte eine solche Argumentation für gefährlich und völlig aus der Welt. Will man das Fahrrad als Verkehrsmittel einsetzen, so wird man zwangsläufig auch mal im Dunkeln oder anderweitig schlechten Sichtverhältnissen damit fahren. Dies erfordert bei heutiger Verkehrs- und Bevölkerungsdichte in Mitteleuropa einfach eine angemessen Beleuchtung, die wie bei anderen nicht spurgebundenen Verkehrsmitteln auch, sowohl dem besser Sehen als auch dem überhaupt Gesehenwerden dient. - Wer jemals auf den Schleichwegen innerhalb einer Stadt (durch Parks, kleine schlecht beleuchtete Gassen usw.) mit einem anderen unbeleuchteten Radfahrer kollidiert ist, weiß um diese Notwendigkeiten.

Unbeleuchtete Fahrräder bringen außerdem das Fahrradfahren bei anderen Verkehrsteilnehmern in Misskredit wie kaum ein anderes Fehlverhalten der Radfahrenden. - In meinen Augen völlig zu Recht.

Daraus resultiert für mich folgendes: Jedes Fahrrad muss eine Beleuchtung haben! Die 11 kg-Grenze (demnächst wohl leider 13 kg) ab der eine nicht fest installierte Batterie-Beleuchtung erlaubt ist, muss strikt dem tatsächlichen Radsport vorbehalten bleiben. Das deshalb, weil die allermeisten Räder eben doch als Verkehrsmittel und nicht als Sportgerät eingesetzt werden, auch wenn das technische Aussehen des Rades anderes suggeriert.

Es ist daher meines Erachtens eine Fehlentwicklung, dass soviel Innovationswillen in die "Ansteckbeleuchtung" investiert wurde und wird. Ich lehen sie ab, weil diese Art der Beleuchtung entweder fehlt, wenn sie gebraucht wird (weil zu Hause gelassen) oder aber die Batterien (wahlweise Akkus) leer sind. Zudem sind Einweg-Batterien ökologisch nicht zu vertreten und Akkus unter heutigen Bedingungen für Laien kaum sinnvoll zu benutzen sind. Einzig Diodenrücklichter könne eine Ergänzung zur festen Beleuchtung eines Fahrrades darstellen oder als Notbeleuchtung (auch für Anhänger) dienen oder aber auch von Fußgängern eingesetzt werden.

Eine Grundsatzentscheidung

Im Folgenden wird es also um fest installierte Lichtanlagen mit Dynamo gehen!

Dies wohl schwierigste Kapitel des Fahrradbaus könnte im Zeitalter von Mikroelektronik schon lange zufriedenstellend gelöst sein. Tatsächlich verhinderten aber unsinnige Vorschriften und eine dadurch nur mäßig innovationsfreudige Industrie bisher wirklich gute Lösungen. Dennoch hat sich einiges getan. Dies ist vor allem drei Firmen zu verdanken, auf deren ich mich noch öfter beziehen werden: Es sind dies (Reihenfolge ist Wertung): Busch und Müller (www.bumm.de), Wilfried Schmidt (www.nabendynamo.de) und (offenbar unvermeidlich) Shimano (www.shimano.com).

Der Dynamo

Beginnen wir mit der Stromerzeugung bevor wir uns mit dem "Verbrauch" desselben in den Lampen beschäftigen. Es gibt viel Arten von Dynamos, die jeweils für bestimmten Einsatz angemessen sein sollen. Ich halte nur eine einzige Variante für derzeit wirklich brauchbar und für konzeptionell durchdacht: dies sind getriebelose Nabendynamos. Das Funktionsprinzip ist einfach: Magnete drehen im Nabengehäuse des Vorderrades um eine auf der Achse fest stehende Spule in der Spannung induziert wird. Die Vorteile sind überzeugend: Es gibt keinerlei zusätzlichen mechanischen Bauteile am Rad, der Dynamo wird nur elektrisch eingeschaltet, läuft ansonsten immer mit. Nachteile gibt es allerdings auch: Erstens ist es nicht ganz so einfach (für die Hersteller der Dynamos) die Sache mit der Induktion hinzubekommen, weil die Umfangsgeschwindigkeit nun mal in der Mitte eines Rades ziemlich gering ist, d.h. die Magnete bewegen sich relativ langsam an der Spule vorbei, so dass einige "Tricks" (Klauenpole, sehr starke Magnete, kleine Luftspalte = enge Maßtoleranzen) nötig sind. Zweitens ist es für den Käufer eines Nabendynamos nicht ganz so einfach ihn einzubauen, weil das Umspeichen des Vorderrades notwendig ist (alle Speichen raus, neue, weil kürzere Speichen samt neuen Nabendynamo rein). Drittens ist noch der Glaube zu überwinden, das ein "nur elektrisch" ausgeschalteter Dynamo nicht doch "noch Kraft verbraucht" (tut er tatsächlich, aber weit weniger als das Drehen der Achse zunächst vermuten lässt). Viertens sind Nabendynamos relativ teuer.

Wer nach der Überwindung der geschilderten Schwierigkeiten, wovon Preis und Vorurteile wahrscheinlich den Löwenanteil ausmachen, einen Nabendynamo in seinem Rad betreibt, wird mit Zuverlässigkeit und Unauffälligkeit belohnt wie sie bei keinem anderen Dynamo-Prinzip auch nur annähernd denkbar ist. Deshalb fällt meine Entscheidung auch so bestimmt aus. - Das soll nicht heißen, dass ich nicht in Zukunft auch anderen System Beachtung schenken werde! - Ich kann mir auch einen Dynamo vorstellen, der in eine Felgenbremse integriert ist. Dazu sind aber magnetische(!) Felgen notwendig, die noch dazu absolut rund laufen müssen, um den Luftspalt wirklich klein hinzubekommen. Maxime ist aber immer, kein zusätzliches mechanisches Bauteil am Rad zu haben! - Zurück zur Realität.

Die Leuchten ... und ihre Anbauorte

Die Leuchten eines Fahrrades müssen außer ihrem bloßen Leuchten noch einige andere Eigenschaften aufweisen, um alltagstauglich zu sein: So sollten sie nicht allzu schnell mechanisch kaputtgehen, da mit man mit einem Fahrrad leider doch öfter mal irgendwo "hängenbleibt" oder anstößt oder gar umkippt. Daraus folgt, dass der Frontscheinwerfer am besten über dem Vorderrad, unterhalb des Lenkers angebracht wird. Das ist heute bei den meisten Fahrrädern so und auch vernünftig, denn dort ist der Scheinwerfer recht gut geschützt und auch nicht im Wege, wenn man Packtaschen vorne (am "LowRider") oder eine Lenkertasche benutzen möchte.

Die Rückleuchte gehört auf keinen Fall an das Schutzblech! - Dort "überlebt" sie meist nicht lange. Zu schnell ist die Streuscheibe zersplittert oder auch die ganze Leuchte abgerissen. Der einzige im Augenblick wirklich verünftig erscheinende Anbauort ist die Hinterkante des Gepäckträgers. Zwar ist die Rückleuchte auch hier gefährdet, wenn das Rad ummkippt, doch sind die Nachteile insgesamt am geringsten. Ich habe auch damit experimentiert, die Leuchte am Sattelrohr anzubringen, doch ist dieses meist zu kurz, und man gerät mit der Ladung auf dem Gepäckträger in Konflikt, weil diese die Leuchte verdeckt. Rückleuchten am Gepäckträger sind außerdem solche, die den vorgeschriebenen großen Rückstrahler (mit Aufdruck "Z") integriert haben, so dass man, um vollständig vorschriftenkonform zu sein, nur noch einen kleinen Rückstrahler (ca. 3,5 cm Durchmesser) irgendwo (aber nicht höher als 60 cm) unterbringen muss.

Die Rückleuchte

Das ich mit den Rückleuten beginne, liegt daran, dass dort die wesentlich Entwicklung zuerst stattfand und mich an deren Schritte und den damit verbundenen Problemen und ihren Lösungen orientieren werde.

Als eines Tages die großen Rückstrahler Pflicht wurden, wurde als Anbauort für dieselben, recht bald der Gepäckträger entdeckt. Es dauerte noch einige Zeit, dann kam auch eine integrierte Lösung auf den Markt, die Rückstrahler und Rücklicht kombinerte. Busch und Müller ersann das "Toplight", eine schöne Kombination, die anfangs sogar als Mini-Stauraum für das Flickzeug gepriesen wurde. Dieser erste Schritt, machte Rücklichter überhaupt erst erträglich, denn mit der Einführung des Reflektor-Rücklichts waren diese so groß und so empfindlich geworden, dass eine Montage auf dem Schutzblech praktisch der programmierten Zerstörung gleichkam. Hielten die alten Blechrücklichter noch so machen Stoß aus, fehlte bei den neuen schon noch leichten Remplern wenigstens die Streuscheibe.

Schon immer war es problematisch, dass das Rücklicht ausfiel, wenn das Fahrrad zum Stehen kommt, da der Dynamo im Stand keine Energie liefert. Mit dichter werdenden Verkehr wurde die immer prekärer, da linksabbiegende Fahrräder oft mitten auf der Fahrbahn im Dunkeln standen. Schon früh gab es einen "Batteriekasten" als Abhilfe (von Daimon, also weniger ein nützliches Bauteil am Rad als ein neuer Absatzmarkt für Einwegbatterien). Dieser speiste aus vier Babyzellen die gesamte Lichtanlage, wenn der Dynamo nicht hinreichend Spannung lieferte. Wie es gemacht war, weiß ich nicht, doch erfolgte das Umschalten deutlich sichtbar und plötzlich. Elektronisch hätte man es mit einer Diode lösen können, vielleicht war es aber gar ein Relais. Auch Union versuchte sich in Sachen Batteriekasten, sogar mit Akku, der auch vom Dynamo geladen werden konnte, aber doch meistens mit Ladegerät geladen werden musste. Eine Weiterentwicklung dieser Idee gab es schließlich auch für das Toplight, ein Batteriekasten, der hinter dem Toplight montiert wurde und genau in die Silhouette passte. Außerdem wurde nur noch das Rücklicht im Stand mit Strom versorgt, was der Batterielebensdauer zu Gute kam. Ich weiß nicht, ob man auch diese Variante extra von Hand "einschalten" musste, wie bei der Daimon-Lösung. Jedenfalls waren auch die darin verbauten Batterien irgendwann leer, wurden vergessen, liefen aus usw.

Union Standlicht-Akku 8510 electronic

Der Union Standlicht-Akku 8510 electronic (ca. 110 DM) für Lösung mit Akku und Dynamo im Parallelbetrieb. Dieses Gerät mit fünf NiCd-Zellen wurde zwischen Dynamo und Beleuchtung geschaltet. Es ist zugelassen vom KBA. - Dank an Jens (jms@nmail.de) für Hinweise und Bild.

Der wirkliche Durchbruch erfolgte mit dem ersten Toplight Plus, natürlich wieder von Busch und Müller. Währende andere Hersteller ihre Entwicklungsabteilungen über Batterieleuchten zum Anstecken oder toll abgefahrene Akku-Beleuchtungen nachdenken ließen, entdeckte man bei Busch und Müller eine inzwischen bezahlbar gewordene Neuerung der Elektronik, nämlich den sogenannte "Gold-Cap"-Kondensator. Dieses kleine Gerät von der Größe etwa eines Daumengliedes hat eine Kapzität von 1 F (Farad). Lädt man den Kondensator auf die max. zulässige Spannung von 5 V auf, hat man genug "Strom" zur Verfügung, eine oder zwei Leuchtdioden locker 15 min leuchten zu lassen. Einen Kondensator kann man beliebig oft auf- und wieder entladen, ohne dass ein Verschleiß zu befürchten wäre. - Wartungsfrei. Das erste Toplight Plus hatte also eine Glühlampe für die Fahrt und eine Leuchtdiode für den Stand. Die Diode leuchtete auch tatsächlich nicht während der Fahrt, weil irgendeine (unsinnige) Vorschrift dieses verboten hatte. Den nächsten Schritt vollzog Busch und Müller leider mit einem Rücklicht für die Schutzblechmontage, so dass ich diesen Schritt nicht mitmachte und dem Selbstbau verfiel. Das 4-DeLite war nämlich ein Rücklicht, das endlich die Glühlampe, die sowieso dauernd durchbrannte durch Dioden ersetzte. Die Leuchtdioden waren inzwischen mit erheblichen Leuchtstärken zu haben und davon baute Busch und Müller gleich vier Stück ein, allerdings leuchtete zunächst keine davon im Stand, weil man wohl nicht gleich alles Pulver verschießen wollte und zunächst nur ein "gewöhnliches" Rücklicht, aber Dioden bauen wollte. Daher ersann ich mit Freunden den Umbau eines Toplights mit einer kleine Platine, die in ein gewöhnliches Toplight passte, wenn die Halterung für die Glühlampe herausgeschnitten hatte. Auf der Platine befanden sich nur wenige Bauteile, nämlich ein Kondensator, einige Dioden zum Gleichrichten der Wechselspannung des Dynamos und zur Spannungsbegrenzung, einige Vorwiderstände und natürlich drei "superhelle" LED, die das Licht erzeugen. Davon wiederum leuchteten im Stand zwei, die aus dem Kondensator versorgt wurden, während der Fahrt leuchteten alle drei. Natürlich war dieses Licht nicht zugelassen, aber der Erfolg war so gut, dass man nie Gefahr lief, wegen des Rücklichts überhaupt eines Verstoßes gegen die StVZO bezichtigt zu werden. Die LEDs wurden ein wenig mit Sandpapier angeraut und durch den originalen Reflektor des Toplight gesteckt. Die Helligkeit war ohnehin überzeugend, durch das Anrauen der Glaskörper der LEDs wurde auch der Abstrahlwinkel sehr akzeptabel. - Einziger wirklicher Nachteil war, dass die LEDs viel zu lange nachleuchteten! Immerhin drei dieser Geräte verlor ich durch Vandalismus, weil ein leuchtendes Rücklicht nun mal auch unerwünschte Aufmerksamkeit erregt, wenn es sich an einem abgestellten Fahrrad befindet.

Toplight Plus, moderne Form, aber noch Šltere Elektronik

Hier das Toplight Plus in der "mittleren" Variante. - Eine einzige Diode sorgt für genug Licht, der Kondensator (grün, die größere Bauform) speichert die Energie für den Betrieb im Stand. Die rote und die blaue Leitung führen zu Kontakten außen am Gehäuse, an denen der Kondensator entladen werden kann (was nur mäßig funktioniert). - Die heutige Version des Toplights hat eine raffinierte Elektronik, die das Standlicht nach einigen Minuten verlöschen lässt und dennoch die Ladung im Kondensator behält.

Dieses Problem erkannte denn auch Busch und Müller und stattete die zweite Serie der Toplights mit nach außen geführten Metallkontakten aus, an denen der Kondensator entladen werden konnte. Dazu sollten diese Kontakte mit einem leitenden Gegenstand, einem Schlüssel oder einer Münze etwa, überbrückt werden. Leider ist die Physik eines "GoldCap"-Kondensator gegen solche Versuche. Nicht etwa, weil der Kondensator durch den Kurzschluss Schaden nähme, nein, er lässt sich nicht wirklich einfach entladen. - Jedenfalls nicht in einer akzeptablen Zeit und schon gar nicht bei niedrigen Außentemperaturen. Man entlud den Kondensator vermeintlich und die Diode hörte zu leuchten auf, doch nach einigen Sekunden begann sie erneut zu leuchten. Die Ladungsverschiebung im Dielektrikum des Kondensators macht es möglich ...

Im neuen Toplight (abgerundetes Design, nur eine einzige Diode) ist auch dieser Mangel sehr elegant beseitigt: Unabhängig von der im Kondensator gespeicherten Energie leuchtet die Diode nur ca. 3 min nach und verlischt dann schlagartig. Wird das Rad erneut angeschoben, so dass der Dynamo Strom erzeugt, beginnt die Nachleuchtdauer neu zu zählen. Das ist ungefähr die Methode, die man sich wünschen muss: Keine Schalter, kein "Gedöns" und voll kompatibel zu einer beliebig alten Lichtanlage. Einfaches Ersetzen des Rücklichtes genügt. - Dagegen kann man als Elektronikbastler nicht mehr anbauen. Zwar ist ein solches Rücklicht mit ca. 50,- DM ziemlich teuer (selbstgebaut waren es aber auch schon 16,- DM Materialkosten!), doch funktioniert es einfach so gut, dass ihm meine uneingeschränkte Empfehlung gilt.

Der Frontscheinwerfer

Der Frontscheinwerfer ist schon heute ein in Sachen "Alltag" relativ unproblematisches Bauteil. - Klar könnte seine Lichtausbeute erheblich besser sein, wenn man mehr Strom, mehr Spannung, also mehr Leistung investieren würde. Doch diese Leistung muss man auch erzeugen, so dass es vorläufig bei 3 W (Gesamtleistung, 2,4 W vorne plus 0,6 W hinten) bleiben wird. Heutige Halogen-Scheinwerfer sind schon ordentlich hell. Wichtiger scheint mir, dass ein Frontreflektor und auch ein Standlicht integriert ist. Der Frontreflektor ist ohnehin Pflicht, hier spart die Kombination also zusätzlich Anbauten (die alle kaputt gehen, hängen bleiben und sonstwie beschädigt werden und im Weg sind). "Standlicht" heißt hier nicht, dass im Stand der Scheinwerfer funktionieren soll! - Im Stand genügt es, im Straßenverkehr gesehen zu werden, also reicht ein Positionslicht aus. Das wiederum ist so sparsam machbar, dass man die Energie leicht in einem Kondensator speichern kann.

Lumotec Oval Plus

Lumotec Oval Plus von Busch und Müller. Gut ist der 1 F Kondensator (hier die kleinste Bauform) auf der Platine zu erkennen. Die Leitungen führen zur Diode im Reflektor.

Und wieder ist es Firma Busch und Müller die eine überzeugende Gesamzlösung anbietet: Der Lumotec Oval Plus ist Scheinwerfer mit Reflektor sowie weißer(!), aus Kondensator gespeister LED in einem. Die aktuelle Version hat ebenfalls die Abschaltautomatik, die das Positionslicht nach wenigen Minuten verlöschen lässt.

Die Empfehlung

Jetzt kommt es also.

  normale Ansprüche gehobene (hohe) Ansprüche
Dynamo: Shimano 130,00 DM SON 300,00 DM
Frontscheinwerfer: Busch & Müller, Lumotec Oval Plus 50,00 DM Busch & Müller, Lumotec Oval Plus Senso 75,00 DM
Rückleuchte: Busch & Müller, DToplight Plus 50,00 DM Busch & Müller, DToplight Plus Senso 75,00 DM
Sonstiges: Aderleitung H05V-K 1qmm,
Kabelbinder
15,00 DM Aderleitung H05V-K 1qmm,
Kabelbinder
15,00 DM
    245,00 DM   465,00 DM

Noch einmal: Bis zu dieser Stelle ging es um ein Beleuchtungsanlage ohne große Experimente. Das heißt, alle Bauteile sind handelsüblich, leicht zu beschaffen und im Rahmen des Gebotenen gerade noch bezahlbar.


Was für die Bastelwütigen unter uns ...

Hier folgt jetzt das immer noch unausgegorene Kapitel über das, was man auch machen kann, aber meines Erachtens, zumindest wenn es um Beleuchtung allein geht, inzwischen überholt ist, nämlich sowas wie eine echte "Elektrik" am Fahrrad. Ich hatte einst zwei Ideen dazu, die zweite nur für Beleuchtungszwecke, aber die erste durchaus auch für andere Dinge, die mir noch auf der Seele brennen. Das sind zum einen Fahrtrichtungsanzeiger (vulgo: "Blinker"), zum anderen eine automatische Schaltung (die wahrscheinlich nicht ohne Strom auskommen wird). Zuvor sei aber dennoch auf das Bastel-Projekt "Toplight-Umbau" verwiesen, dass ich zum Nachbau jedoch nicht mehr empfehle. Ebensowenig ist die zweite Idee weiter unten zum Thema "Kondensatorleuchten" heutzutage noch empfohlen!

Wenn man die "Elektrik" am Fahrrad wirklich haben will, dann wahrscheinlich so:

Mit Akkumulator, wenigen Leitungen, geradeaus gedacht

Denkt man an den Einsatz von Akkumulatoren zu Beleuchtungszwecken muss man auch ihre spezifischen Schwächen kennen und darauf reagieren. Das geschieht leider bei den meisten Anwendungen heutzutage nicht (Schnurlostelefonen, heutige Fahrradbeleuchtungsvarianten, etc.), so dass die Akkus schon nach kurzer Zeit (ein bis zwei Jahren) zu Sondermüll werden und während eines beachtlichen Teils ihres Einsatzes den Benutzer nicht zufriedenstellen.

Nicht ganz umsonst sind Autos und Motorräder mit Bleiakkus ausgestattet, die es ohne schädliche Folgen vertragen, aus jedem Ladezustand heraus geladen zu werden. Ein "Memory-Effekt" tritt bei diesen Batterien nicht auf. Leider sind sie für ihre Leistung recht schwer und vertragen eine vollständige Entladung (die als Selbstentladung bei Nichtbenutzung zwangsweise auftritt!) nur sehr schlecht.

Aus diesen Vorüberlegungen ergeben sich also zwei denkbare Lösungen: eine mit Dynamo und einem Bleiakku, die andere ganz ohne Dynamo und mit Nickel-Cadmium-Zellen. Inzwischen finde ich beide Lösungen für Beleuchtungszwecke allein nicht mehr akzeptabel. Das liegt daran, dass man sich doch noch einmal in Erinnerung rufen muss, warum man denn eigentlich am Fahrrad einen Akku haben will! - Warum sollte man Strom speichern? - Wenn es nur darum geht das Licht weiter leuchten zu lassen, wenn man angehalten hat und der Dynamo keinen Strom erzeugt, sind mir Akkus einfach viel zu aufwändig. Lösungen mit Kondensatoren sind bis auf den Betrieb eines Scheinwerfers im Stand genauso gut.

Jetzt kommt aber doch die Experimentierfreude zu einer großen Lösung durch: Dirk Glander (dglander@gmx.de) schickte mir den folgenden Vorschlag für eine Akku-/Dynamo-Beleuchtung mit Halogenscheinwerfer und Diodenbeleuchtung! - Seine Gesamtanlage sieht wie folgt aus:

Fahrradelektrik mit Akku

Hier feht das Bild noch. - Es wird eine Prinzipskizze einer Fahrradelektrik mit Bleiakku, Dynamo, Laderegler und umschaltbarer Beleuchtung zeigen.

 

Dirk Glander (dglander@gmx.de):
Zum hier umfangreich erörterten Thema "Beleuchtung" möchte ich einen kleinen Erfahrungsbericht beisteuern, der zumindest für engagierte Bastler interessant sein könnte:

Seit ca. zwei Jahren habe ich an meinem "Schlechtwetter-Alltagsrad" eine Lichtanlage mit Dynamo und Blei-Gel-Akku installiert, die prima funktioniert. Sie besteht aus einem Seitenläufer-Dynamo, einem Gleichrichter mit elektronischem Laderegler, dem Akku und den Lampen. Hinten habe ich ein Leuchtdioden-Rücklicht montiert, vorne eine Leuchtdioden-"Positionsslampe" und einen Halogen-Scheinwerfer. Der Laderegler und die Leuchtdioden-Front- und Rückleuchten sind Eigenbau, vorne sind weiße LED eingebaut. Vorne kann mittels eines Schalters am Lenker zwischen der LED-Lampe und dem Halogenscheinwerfer umgeschaltet werden. Dadurch kann für normale, beleuchtete Radwege zum "gesehen werden" mit der sparsamen Leuchtdioden-Lampe gefahren werden, der Halogen-Scheinwerfer muss nur dann eingeschaltet werden, wenn man das Licht zum "selbst sehen" braucht. Ist natürlich nicht StVZO-zugelassen, spart aber soviel Energie, dass auch im Stadtverkehr der Akku genügend vom Dynamo nachgeladen wird, um auch bei Ampelstopps die Beleuchtung zu versorgen. Die weißen LED (8 Stück) sind im übrigen so hell, dass das Licht unter günstigen Bedingungen auch zum Fahren auf völlig dunklen Wegen reicht. Durch den Laderegler wird bei konstanter Fahrt mit den sparsamen LED-Lampen und geladenem Akku der Dynamo geringer belastet als mit dem Halogen-Scheinwerfer, dadurch läuft er auch leichtgängiger. Zudem kann man bei Schnee oder wenn's mal besonders schnell vorwärts gehen soll, auch kurz ohne Dynamo und trotzdem mit Licht fahren.

Fahrradelektrik Typ "Dirk Glander"

Der 1,2 Ah Akku von Panasonic passt zwar nicht gerade ins Sattelrohr, ist aber recht klein und preiswert (um 20 DM). Der Akku ist auf sein Alu-Halteblech mit 2-Komponentenkleber aufgeklebt und das Blech am Rahmen verschraubt. Im schwarzen Kunstoffkasten ist der Laderegler montiert, an der Unterseite des Gehäuses sitzt der Lichtschalter. Oberhalb des Ladereglers ist das Eigenbau-Rücklicht zu sehen. Seitlich am Akku, mit Kabelbinder befestigt, die Flach-Sicherung im Isolierschlauch.
Außerdem auf dem Bild zu bewundern: Der EXTREM hochwertig verarbeitete Rahmen *g* meines Alltagsrads (Sperrmüllfund, immerhin seit vier Jahren im Gebrauch).

Wie hier schon angedeutet wurde, ist der technische Aufwand recht hoch, aber funktionieren tut's prima und hat ein paar Vorteile gegenüber der hier favorisierten Lösung mit Gold-Caps. Und was ein echter Bastler ist ... Der finanzielle Aufwand ist eher kleiner als für zwei fertig gekaufte Lampen mit Standlichtfunktion, von der nötigen Arbeitszeit darf man natürlich nicht reden.

Für die LED-Lampen habe ich folgendes gemacht: Hinten jeweils zwei rot LED in Reihe geschaltet und über Vorwiderstand an 6 V angeschlossen, das ganze viermal parallel gibt insgesamt 8 LED. Mit neueren, helleren LED kommt man wohl auch mit 2 oder 4 Stück aus. Vorne hat jede weiße LED einen eigenen Vorwiderstand, Reihenschaltung geht hier wegen der ca. 3,3 V Spannung für jede LED nicht. Also 8 LED, 8 Vorwiderstände. Als Strom durch die roten und weißen LED habe ich je 20 mA (pro LED bzw. Reihenschaltung aus 2 LED) gewählt, Vorwiderstände entsprechend dimensioniert.

Nachbauprojekt Laderegler

Dirk Glander stellt die Schaltung seines Ladereglers zum Nachbau zur Verfügung:
Nachbauprojekt "Laderegler für Fahrradelektrik" © Dirk Glander. Mit Beschreibung zum Abgleich.

 

Man muss sich klarmachen, dass hier ein ganz anderes Konzept verfolgt wird als bisher. Es handelt sich um eine echte "Fahrrad-Elektrik" mit recht konstanter Spannungsquelle, die Beleuchtung und alle anderen Verbraucher sind nicht mehr autark wie es bei Dioden-Kondensator-Leuchten noch ist. Es gibt nur einen Gleichrichter, einen Regler und einen Akku. Dieser sorgt für konstante Spannungsversorgung und wird vom Dynamo über den Regler nachgeladen.

Alle Verbraucher, welche auch immer das sein werden, sind schlichte Leuchten (wahlweise Glühlampen oder Dioden) ohne besondere Elektronik. Das Fahrrad erreicht damit aber auch eine gewisse Komplexität, was die Bedienelemente angeht: Es wird mindestens einen Schalter für Licht AN/AUS geben, wahrscheinlich einen für die Umschaltung von Begrenzungslicht/Fahrlicht und hoffentlich einen für Fahrtrichtungsanzeiger ("Blinker") rechts/links.


Folgends hat sich inzwischen erübrigt und steht hier nur, um die Genesis der Gedanken um die Fahrradbeleuchtung aufzuzeigen:

Mit Kondensator, vielen Leitungen, etwas kniffliger

Diese Lösung ist rein elektrisch absolut wartungsfrei, sie ist lediglich durch den etwas größeren Leitungsaufwand mechanisch aufwendiger.

Zunächst sollte ich aber noch begründen, warum ich überhaupt mehr Aufwand treiben möchte, als einfach eines der inzwischen wirklich guten nachleuchtenden Dioden-Rücklichter zu kaufen. Alle bsiherigen Konstruktionen haben den für mich entscheidenden Nachteil, dass sie immer nachleuchten, auch dann wenn das Leuchten von Nachteil ist, weil es Vandalen oder Diebe anzieht, wenn man das Rad abends im Dunkeln abstellt. Daher bin ich das Gesamtproblem etwas anders angegangen:

Das wichtigstes, zentrale Bauteil ist ein Nabendynamo ohne Getriebe, der immer mitläuft und nur elektrisch eingeschaltet wird. Diese Bauform ist für mich das einzig vernünftige Prinzip, weil sie ohne jeden zusätzlichen mechanischen Aufwand auskommt. Shimano hat mit dem Inter-L gezeigt, dass sowas auchzu einem akzeptablem Preis/Qualtitäts-Verhältnis machbar ist. Beim Inter-L ist soar ein Schalter schon dabei, samt einer Funktionsanzeige und etwas Elektronik. Diese Bauteile benutze ich allerdings nicht mehr.

Mein Umbau sieht folgendermaßen aus: Ein käufliches Diodenrücklicht (die moderneren, ganz ohne Glühlampe!) wird des Kondensator und der zugehörigen Elektronik beraubt. Der Schalter des Nabendynamos wird nicht mehr benötigt, stattdessen kommt ein zweipoliger Einschalter zum Einsatz, der mit dem einen Kontakt den Hauptstromkreis vom Dynamo kommend schaltend und mit dem zweiten Kontakt die Leitung zwischen Kondensator/Elektronik und Dioden des Rücklichtes unterbricht. Das hat den Effekt, das wenn der Dynamo aus ist, wirklich kein Verbraucher dranhängt, der Tretkraft kosten könnte und das Rücklicht auch nicht mehr leuchtet. Es ist lediglich erforderlich Das Rücklich ein bisschen umzubauen und den ausgebauten Kram samt Schalter in eine kleine Box irgendwo unterzubringen. Das geht notfalls sogar mit einer "Verpackung" aus Schrumpfschlauch, die mit Kabelbindern am Lenkerbefestigt wird. Wirklich tiefgreifende elektrische oder gar elektronische Kenntnisse sind für den Umbau nicht erforderlich.

Dieser Vorschlag ging zunächst auch nur von einem nachleuchtenden Rücklicht aus. Inzwischen ist aber auch das nachleuchtende Positionslicht vorn Stand der Technik, was die Sache verkompliziert, da in diesem eine Diode und eine Glühlampe gemeinsam ihren Dienst verrichten. Damit dürfte es schon etwas schwieriger sein, die Leuchtmittel von der Elektronik zu trennen und die entsprechenden Kreise mit Schaltern zu versehen. Die Tendenz zum Drahtverhau ist dann einfach zu groß.


Das Schild für's Tandem

Stefan Brix
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